Dindigul, Indien 2017

EIN HERZLICHER DANK AN LOCUMHELP e.V.

Vom 14.01.-28.01.17 ging es deutsches Team von „Interplast e.V“ nach Dindigul in Südindien und LOCUMHELP e.V. hat zum Erfolg dieses Einsatzes beigetragen, indem fehlende OP-Instrumente als Spende beigesteuert wurden.

Interplast ist ein deutscher gemeinnütziger Verein, der operative Einsätze weltweit organisiert, meistens plastische Eingriffe wie zB bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder Kontrakturen nach Verbrennungen. Doch dieses Mal ist ein gynäkologisches Team, bestehend aus drei Frauenärzten, einer Anästhesistin, einer OP-Schwester, einem Anästhesie-Pfleger und einer Projektkoordinatorin nach Südindien geflogen, um in einem kleinen Krankenhaus in der Nähe von Madurai zwei Wochen lang Operationen für Frauen anzubieten, die sich sonst keine Versorgung leisten können.

Dr. Uma, eine Gynäkologin aus Dindigul, hatte im Rahmen ihrer Sprechstunden, die sie für ein kleines Salär für diese Patientinnen anbietet, über 140 Frauen u.a. mit einem Vorfall des Uterus oder großen Ovarialzysten gesehen. Viele Frauen hatten sich auch hoffnungsvoll mit unerfülltem Kinderwunsch vorgestellt und mussten leider enttäuscht werden.

Die Patientinnen, die für eine OP in Frage kamen, waren zwischen 35 und 66 Jahre alt und litten in der überwiegenden Anzahl, teilweise seit über 20 Jahren, an einem Totalprolaps des Uterus mit begleitender Zysto- und Rectocele. Eine weitere OP-Indikation waren zB ein symptomatischer Uterus myomatosus im Sinne von Anämien (ein Hb von mmol/l war keine Seltenheit!) durch Hypermenorrhoen. Wenn die Patientinnen aus ihrem Leben erzählen, stimmt einen das schon sehr nachdenklich. Die meisten wurden jung verheiratet und haben zwei Kinder, so wie es das staatliche Familienplanungsprogramm vorsieht. Viele leben entweder mit ihrem Mann oder auch weiterhin mit ihren Kindern (wenn der Mann sie entweder verlassen hat oder schon früh gestorben ist) in einer kleinen Hütte und verdingen sich auch noch im hohen Alter als Tagelöhnerinnen – die durchschnittliche Lebenserwartung einer indischen Frau liegt bei 69,5 Jahren! Sie arbeiten zB auf den Feldern von Großgrundbesitzern. Dort leisten sie körperlich schwere Arbeiten, ohne die sie aber wiederum keine Möglichkeit haben, sich Nahrungsmittel zu leisten. Und wer sich schon kaum eine ausreichende Ernährung leisten kann, wie soll da Geld für gesundheitliche Vorsorge und möglicherweise noch eine Therapie oder gar Operation zur Verfügung stehen?

Das Team von Interplast bedankt sich daher bei allen Spendern und Unterstützern, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben und den Frauen sehr geholfen haben!

Und...sollte das Follow-up unserer Patientinnen positiv ausfallen und uns nochmals diese große Unterstützung entgegengebracht werden – sind wir alle wieder mit dabei!

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